Bräune und Sonnenschutz aus der Spritze?

Die Ankündigungen einer risikolosen Bräunung durch das “Bräunungshormon” Melanotan hat in den letzten Jahren hohe Medien-Wellen geschlagen. Dabei wurde oft übersehen, dass ursprünglich das Hauptargument für diese Form der künstlichen Bräunung der Schutz vor schädlichen UV-Strahlen war. Melanotan wird auch gerne „Barbie- Droge“ genannt, da das Peptid in erster Linie potenzsteigernd und appetitzügelnd wirkt. Ledigliche als angenehme Nebenwirkung wird der Bräunungseffekt der Haut gesehen (zumindest von manchen).

Gibt es bald biologischen Sonnenschutz als Impfung?

Das australische Pharmaunternehmen Clinuvel steht nun kurz vor der Marktreife eines auf dem synthetisch hergestellten Peptidhormon Melanotan I basierenden Präparates, dass die pigmentbildenden Zellen der Haut stimuliert. Eine Art biologischer Sonnenschutz aus der Spritze, ursprünglich entwickelt zur Therapie bei Sonnenallergien und Stoffwechselkrankheiten mit UV- Unverträglichkeit sowie als Begleitmaßnahme von Krebsbehandlungen. Menschen mit sehr heller Haut könnte Melanotan-1 helfen, eine schützende Bräune zu entwickeln, vermuten die Wissenschaftler. Bei ihnen ist der Pigmentanteil in der Haut zu gering, um vor intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen. Die Strahlen dringen daher beinahe ungehindert in das Gewebe ein und erhöhen damit die Wahrscheinlichkeit für Hautkrebs.

Nicht nur geschützt sondern auch braun

Den nächsten und konsequente Schritt verfolgt nun die Münchner Dermatologin Dr. Patricia Ogilvie. Sie verfolgt die Forschungen auf diesem Gebiet seit Jahren – und denkt bereits einen Schritt weiter und möchte Melatonan für ästhetische Ziele, sprich dem Erreichen einer gesunden Dauerbräune, anwenden.

Bisher leidet die Anwendung von Melatonan für ästhetische Zwecke an der ungleichen Bräune, die dadurch erzielt wird. So wurden die Probanden bei einer Studie am Rücken kaum braun, auf Nase und Wangen aber sehr stark. Um eine schöne, gleichmäßige Bräune zu erlangen, musste doch wieder UV- Licht auf die Haut treffen. Die 38- jährige Hautspezialistin hat nun ein Verfahren zum Patent angemeldet, das das Bräunungshormon mit medizinischer UV- Bestrahlung kombiniert und das sie ab Mitte des Jahres in ihrer Praxis als „Medical Tan“ anbieten will.

Wie soll das funktionieren?

Dabei bekommt der Patient zwei Wochen lang täglich eine Spritze mit dem Peptidhormon und wird anschließend in einer UV- Licht- Kabine bestrahlt. Binnen weniger Tage soll dann der Bräunungsprozess einsetzen. Die gleichmäßige Bräune wird durch gezielte Steuerung der Menge an verabreichten Melanotan I und die UV- Dosis erreicht. Wenn es nach der Vorstellung von Frau Dr. Patricia Ogilvie geht kann so „jeder Mensch bis zu seiner persönlichen, genetisch vorgegebenen maximalen Bräunungsstufe gelangen“ und das ohne gefährlichem Sonnenbrand. „Der so erreichte Hautton hält bis zu einem halben Jahr“, sagt Dr. Ogilvie. Zusätzlich gehört zu ihrer Kombitherapie mit dem Bräunungshormon noch die Verabreichung von zellreparierenden Enzymen, damit die Haut doppelt vor Sonnenschäden geschützt ist.

Was kostet es?

Zuallererst: Die Kosten werden nicht von Krankenkassen getragen. Allein die Präparatkosten summieren sich derzeit noch auf 800 Euro für die 14-tägige Behandlung.
Allerdings: Wer dafür einen ganzen Sommer sonnenbrandfrei bleibt, investiert damit das Geld in Gesundheitsprophylaxe und Aussehen gleichermaßen.

Sarah ist die HORN&HAUT-Fee und eine Expertin für Kosmetik & Fußpflege. Ständig auf der Suche nach neuen Produkten und Behandlungsmethoden um diese anzuwenden und darüber zu berichten.

0 Kommentare

Eine Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Bitte Rechenaufgabe lösen: *